Sonderregelungen für Privathaushalte

Wer in seinem Privathaushalt einen Minijobber beschäftigt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Arbeitnehmer nur eingeschränkt oder unter bestimmten Umständen für Schäden im Haushalt haftbar gemacht werden kann. Hier gelten ebenso wie für andere Beschäftigungsverhältnisse die Grundsätze zur Beschränkung der Haftung des Arbeitnehmers bei betrieblich veranlassten Tätigkeiten. Wird eine geringfügige Stelle in einem Privathaushalt nicht angemeldet, muss der private Arbeitgeber im Falle eines Bekanntwerdens mit einer erheblichen Strafe in Form eines Bußgeldes von mehreren Tausend Euro rechnen. Außerdem erfolgt mit der unterlassenen Anmeldung auch die Meldung zur Unfallversicherung nicht, sodass im Falle eines Arbeitsunfalls der Arbeitgeber für notwendige Behandlungskosten aufkommen muss. Wer als Privathaushalt seine Haushaltshilfe auf Basis eines Minijobs anmeldet, hat die Möglichkeit die jährlichen Kosten bei der Steuererklärung bis zu einer Höhe von 510 Euro von der Einkommensteuer abzusetzen.

 

Haushaltshilfen übernehmen ausschließlich Tätigkeiten im privaten Haushalt wie: Reinigungsarbeiten, Gartenpflege, Kinderbetreuung oder Pflege von bedürftigen Personen. Grundsätzlich können auch nahe Verwandte in einem privaten Haushalt beschäftigt werden, in diesem Falle behält sich die Minijob-Zentrale vor, zu prüfen, ob ein Scheinarbeitsvertrag vorliegt. Ehegatten und Kinder, die zum Haushalt zählen können nicht in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis angestellt werden. Der Pauschalbetrag zur Rentenversicherung liegt für einen Minijob in einem privaten Haushalt bei 5 Prozent. Zweimal im Jahr zieht die Minijob-Zentrale die Abgaben vom Konto des privaten Arbeitgebers ein. Letzterer hält den Eigenanteil seiner geringfügig beschäftigten Haushaltshilfe vom monatlich ausgezahlten Arbeitslohn ein. Für die Anmeldung einer Haushalthilfe im Privathaushalt gibt es die Möglichkeit, das Haushaltsscheck-Verfahren zu nutzen. Dies ist ein vereinfachtes Verfahren, welches die Minijob-Zentrale den privaten Haushalten anbietet. Der Vordruck enthält alle wichtigen Angaben zur Anmeldung des Arbeitnehmers. Er ist die Grundlage für die Berechnung der fälligen Beiträge und zeitgleich dient er als Einzugsermächtigung für die Beiträge, welche vom Konto des privaten Haushalts abgebucht werden. Der Haushaltsscheck besteht aus dem Original für die Minijob-Zentrale und zwei Durchschriften für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer. Für die Anmeldung benötigt der Privathaushalt eine Betriebsnummer, diese wird von der Minijob-Zentrale vergeben. Die Möglichkeit des Haushaltscheck-Verfahrens gilt nur im Falle dessen, dass die Haushaltshilfe nicht mehr als 450 Euro verdient. Auch in privaten Haushalten besteht die Möglichkeit, mehrere Beschäftigungsverhältnisse auszuüben. Sobald die zulässige Verdienstgrenze überschritten wird, muss auch hier der Arbeitnehmer im normalen Meldeverfahren an die zuständige Krankenkasse gemeldet werden. Die privaten Haushalte werden von der Minijob-Zentrale dahin gehend unterstützt, in dem diese die Anmeldung zur Unfallversicherung für den Privathaushalt übernimmt. Somit ist der Arbeitnehmer automatisch gegen eventuelle Arbeitsunfälle abgesichert. Haushaltshilfen sind somit gesetzlich versichert für Unfälle bei der Ausübung der hauswirtschaftlichen Tätigkeit und bei Unfällen auf dem direkten Weg zum Arbeitsplatz und zurück. Die zuständige Unfallversicherung ist die Unfallkasse des Wohngebietes. Ein Arbeitsunfall muss der zuständigen Versicherung mitgeteilt werden, sobald ärztliche Hilfe nötig ist. Die Höhe des derzeitigen Betrages, den der private Arbeitgeber in die gesetzliche Unfallversicherung einzahlen muss, liegt bei 1,6 Prozent vom Arbeitnehmerentgelt. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt zum Beispiel die Kosten für die Behandlung beim Arzt einschließlich notwendiger Transportkosten und Pflegeaufwendungen.

 

Top Sonderregelungen für Privathaushalte

 

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